Tourette-SHG-Dortmund

Medikamentöse Therapie

Die Behandlung mit Medikamenten sollte erst dann erfolgen,wenn Tics stark ausgeprägt oder sehr störend sind,wenn sich die Tic-Störungen deutlich auf das Zusammenleben in der Familie auswirken,wenn Patienten im sozialen Umfeld gehänselt werden oder eine Integration in Schule und Beruf erschwert oder nicht möglich ist.

Es ist wichtig zu wissen,dass eine medikamentöse Behandlung die Tic-Störung nur selten vollständig unterdrücken kann.Vielmehr sollen die entsprechenden Medikamente die Tics soweit lindern,dass sie dem Patienten die Eingliederung in das soziale Leben erleichtern und sein allgemeines Wohlbefinden steigern.

Da die einzelnen Tic-Störungen ninsichtlich ihrer Intensität und Ausprägung sehr schwanken,ist die medikamentöse Einstellung nicht immer leicht.Ist sie gelungen und es kommt nach einiger Zeit dennoch zu einer Verstärkung der Tics,so sollte ein Ändern der Medikation erst dann erfolgen,wenn sich die Beschwerden längerfristig (d.h. Wochen) verschlechtern.Nur so können ein häufiger Medikamentenwechsel und Überdosierungen vermieden werden.

Dopaminrezeptor-Antagonisten (dopaminerge Substanzen)
Bei der Behandlung der Tic-Sörungen haben sich seit mehreren Jahrzehnten die so genannten Dopaminrezeptor-Antagonisten
bewährt.Sie hemmen ein bestimmtes Informationssystem im Gehirn,
dessen Botenstoff das Dopamin ist.Dabei sind insbesondere die Benzamide (Tiaprid,Sulpirid) hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit zu empfehlen.

Trotz seines erwiesenen therapeutischen Effekts - gerade auch bei Kindern und Jugendlichen - ist das Medikament Tiaprid in Deutschland nicht für die Indikation Tic-Störung zugelassen.Der Wirkstoff Sulpirid wird v.a. zur Behandlung kombinierter Tic-Störungen mit Zwangsstörungen eingesetzt.

 

Atypische Neuroleptika
Serotoninwiederaufnahmehemmer


Sind die Tic-Störungen zusätzlich mit Zwangsmerkmalen, Angstzuständen oder Depressionen kombiniert kommen beispielsweise Fluoxetin, Fluvoxamin oder Sertralin zum Einsatz. Diese Wirkstoffe verstärken die Wirkung des Neurotransmitters Serotonin im Gehirn, wodurch diese Auffälligkeiten verbessert werden.

Quelle
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de/npin/npinkrankheit/show.php3?id=60&p=9&nodeid=24