Tourette-SHG-Dortmund

Schlafstörungen

Psychiatrisch bedingte Schlafstörungen:

Etwa 70-80% der psychiatrisch erkrankten Patienten klagen über erhebliche Schlafstörungen. Zu den psychischen/psychiatrischen Krankheitsbildern, die häufig mit Schlafstörungen einhergehen gehören:

  • Depressionen
  • Manien
  • Schizophrenien
  • Angststörungen
  • Essstörungen
  • Demenzen

Umgekehrt entwickeln sich im Laufe einer Schlafstörung häufig schwere depressive Verstimmungen, so dass es schwer fällt, zu entscheiden, was Ursache und was Folge einer Schlafstörung ist. Kompliziert wird diese Entscheidung dadurch, dass eine Schlafstörung als schwere Belastung bzw. "Stressfaktor" durchaus eine Depression nach sich ziehen kann, die dann ihrerseits unabhängig von der Schlafstörung weiter bestehen bleibt.

Schließlich gibt es auch eine Form der Depression, die sich in erster Linie in körperlichen Beschwerden niederschlägt, ohne dass der Betroffene sich selber als "depressiv" wahrnimmt. In diesem Fall würde die Schlafstörung - häufig mit anderen körperlichen/psychovegetativen Beschwerden - die Depression "verdecken". Man spricht dann von einer sog. "larvierten" (= versteckten) Depression.

Therapie: Wie bei Schlafstörungen aufgrund körperlicher Erkrankungen wird man hier zunächst die psychische Grunderkrankung behandeln. Mit Besserung der psychischen Erkrankung sollte sich dann auch die Schlafstörung verbessern. Bleibt die Schlafstörung jedoch bestehen, dann müssen zusätzlich die "verselbständigten Anteile" mitbehandelt werden. Da Schlafstörungen - egal welcher Ursache - immer einen Stressfaktor darstellen, durch den sich z.B. eine bestehende Depression weiter verschlechtern kann, ist es nach unserer Erfahrung sinnvoll, neben der spezifischen Behandlung der psychischen Grunderkrankung zusätzlich mit schlafspezifischen Maßnahmen (Schlafedukation, Schlafhygiene, Schlafkompression) zu arbeiten.

 

Anmerkung: Bei Schlafstörungen werden nicht selten Antidepressive/Neuroleptika verschrieben. Die Verschreibung von Antidepressiva/Neuroleptika (Medikamente zur Behandlung von Depressionen, Schizophrenien) bedeutet nicht automatisch, dass eine entsprechende psychiatrische Erkrankung vorliegt. Beide Medikamentengruppen werden alternativ statt der klassischen Schlafmittel zur Behandlung von chronischen Schlafstörungen eingesetztWeitere Informationen zum Thema Schlafstörungen bei psychischen Erkrankungen finden Sie auf der Webseite des Schlafmedizinischen Zentrum München

Quelle
http://www.schlafgestoert.de/site-13.html